HJ-Heim

Der Ballhof

Im Jahre 1928 wurde die hannoversche Ortsgruppe der Hitlerjugend (HJ) gegründet. Knapp 6 Jahre nach der Gründung zählte die HJ Hannover ca. 6000 Mitglieder. Der Ballhof, die heutige Spielstätte des Schauspiels Hannover, diente in der Zeit des Nationalsozialismus ab dem 02. Juli 1939, als Jugendheim. Seit ca. 1650 war er ein wichtiger Sammelpunkt kultureller Aktivitäten in Hannover gewesen. Die derzeitige Bühne des Ballhof 1 stellte den Feierraum dar, der für Großveranstaltungen und Heimabende städtischer HJ-Einheiten genutzt wurde.

„Wir Jungen haben die Aufgabe neue Wege zu suchen und zu bahnen und den Mut sie zu gehen.“

Bis heute weist dieser Spruch in der Fassade des Ballhofes auf die NS-Zeit zurück. Er scheint auf den ersten Blick harmlos zu sein, ein Leitsatz für die Jugend, wie er ähnlich in vielen Kulturen geprägt wurde. Ist man jedoch mit den Hintergründen vertraut, lässt sich der Spruch anders deuten.
Die Jugendlichen wurden mit unzähligen „Freizeitaktivitäten“ wie Wanderungen, Sport, Zeltlagern sowie mit dem Gefühl von Gemeinschaft und Kameradschaft angelockt. Trat man der HJ bei, verpflichtete man sich auch, in den Ferien regelmäßig am Dienst teilzunehmen. Wenn man bei diesen Pflichtterminen unentschuldigt fehlte, so bekam man die Vorschriften der „Jugenddienststrafordnung“ zu spüren. Und viele Wege dieser jungen Menschen endeten, nachdem sie sich vermeintlich guter Ordnung angepasst hatten, in großem Leid.

Finja Korthauer, Kea Krassau

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